Rückhalt der Kollegen gibt ihm Kraft 

Feuerwehrmann verunglückte auf der Fahrt zum Rettungseinsatz: Oberbayer im Rollstuhl kämpft ums Laufen

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Der Rückhalt der Kollegen gibt Stefan Schick Kraft. 

Feuerwehrmann Stefan Schick sitzt im Rollstuhl, seit er auf einer Einsatzfahrt verunglückte. Nun will der 47-Jährige kämpfen, um wieder laufen zu können. 

Mehring - Es ist ein Schicksal, das bewegt: Feuerwehrmann Stefan Schick aus Mehring (Kreis Altötting) fuhr Anfang des Jahres als Erster zu einem verunglückten Bauarbeiter. Auf der Einsatzfahrt hatte der 47-Jährige jedoch einen Horror-Unfall. Seitdem ist der Retter selbst auf Hilfe angewiesen, er ist querschnittsgelähmt. Doch der Feuerwehrmann hat eine große Vision: „Ich habe das Ziel, dass ich wieder laufen kann. Die Chancen liegen bei einem Prozent, und ein Prozent ist besser als nichts“, sagt Stefan Schick in der Radiosendung  Bayern 3 Frühaufdreher. 

Feuerwehrmann verunglückte auf Einsatzfahrt: Frau Diana hatte schlimme Vorahnung

Der Oberbayer lebt für die Freiwillige Feuerwehr Mehring. Mit seiner Familie ist er sogar in die Wohnung über dem Feuerwehrhaus gezogen. Damit ist Stefan Schick immer der Schnellste am Einsatzort. So auch Anfang des Jahres. Als am 17. Januar ein Notruf reinkommt, fährt er sofort los. Kurz nachdem ihr Mann weg ist, bekommt Stefans Frau Diana mit, dass schon wieder ein Notfall gemeldet wird. Sie hat eine schreckliche  Vorahnung. Die Kameraden von der Feuerwehr sind noch nicht im Wagen, als Diana ihnen zuruft:  „Beeilt euch, das ist der Stefan.“ Am Unglücksort dann die Gewissheit: Seine besten Freunde müssen Stefan aus dem Auto schneiden. 

Stefan Schicks Frau Diana hatte kurz nach dem Unfall eine Vorahnung. 

Auf dem Weg zum Einsatzort hatte Stefan Schick ein anderes Auto überholt. Beim Einscheren  erwischte ihn eine Windböe und fegte ihn regelrecht von der Straße. Der Wagen überschlug sich und landete in der Wiese. Schon im verbeulten Auto merkte er, dass mit seinen Beinen etwas nicht stimmt. Er selbst setzte sogar noch den Notruf ab. Am vierten Tag auf der Intensivstation fällt ihm auf, dass er seine Beine gar nicht mehr bewegen kann. Der Arzt untersucht ihn und kommt zu einer fürchterlichen Diagnose: Stefan ist querschnittsgelähmt! Der Feuerwehrler ist verzweifelt. Er will nicht mehr. Wenn er früher zusammen mit seiner Frau Diana Sendungen über Rollstuhlfahrer sah, sagte er immer, dass er das nicht könnte. 

Feuerwehrmann Stefan kämpft: Rückhalt der Kollegen gibt ihm Kraft

Später, als Diana ihn im Krankenhaus besucht, sagt Stefan, wenn er im Auto gestorben wäre, wäre es besser für alle gewesen. Doch das sieht Diana ganz anders.  Sie sagt: „Der Einzige, der keine Probleme mehr hätte, bist du.“ Dieser Satz hat Stefan Schick zum Nachdenken gebracht. Er kämpft sich zurück ins Leben und trainiert, damit er wieder so selbstständig wie möglich sein kann. Seine Freunde von der Feuerwehr Mehring unterstützen ihn dabei. Sie bauen eine Rampe vor die Tür, damit Stefan hineinkommt. Jetzt ist er zwar nicht mehr der Erste am Einsatzort. Aber er übernimmt die Dokumentation, ist weiterhin Gerätewart und Ausbilder. Ohne seine Familie und die Kollegen von der Feuerwehr hätte Stefan wahrscheinlich aufgegeben. Der Rückhalt gibt ihm die Kraft, weiterzumachen. Sein großes Ziel hat Stefan Schick stets fest im Blick: Irgendwann wieder als Erster am Einsatzort zu sein.

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MM/tz

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