Keine Alternative in Sicht?

Altöttinger Stadtradt streitet über Corona-Teststation im Hallenbad Neuötting

Die Facebook-Gruppe, die sich für eine baldige Öffnung des Hallenbades zum Schwimmen ausspricht, hat schon über 600 Mitglieder
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Die Facebook-Gruppe, die sich für eine baldige Öffnung des Hallenbades zum Schwimmen ausspricht, hat schon über 600 Mitglieder

Neuötting - Die Corona-Teststation im städtischen Hallenbad erregt momentan deutschlandweit Interesse. Nach Berichten im "Bayerischen Rundfunk", der "Zeit" und der dpa, sprachen sich auf der gestrigen Sitzung auch mehrere Stadträte verschiedenster Fraktionen dafür aus, die Corona-Teststation zu verlegen.

Die Frage, ob die Corona-Teststation des Landkreises Altötting im Neuöttinger Hallenbad nicht verlegt werden könne, sollte auch bereits auf der Kreistagssitzung am Dienstag ein Thema sein. Doch obwohl mit der Ladung auch der offene Brief der Töginger Stadträtin Birgit Noske(SPD) versandt wurde, die sich auch schon im Kreisausschuss für eine Verlegung der Teststation stark gemacht hatte, kam das Thema dort nicht einmal zur Sprache.


Auf Nachfrage von innsalzach24.de erklärte Landrat Erwin Schneider(CSU) nach der Sitzung lediglich, dass es "offensichtlich niemand interessiert und die Zahlen beweisen, dass wir es genau richtig machen". Schon während der Kreistagssitzung hatte der Landrat nämlich darauf hingewiesen, dass "wir von einem Landkreis unter den TOP 10 in Deutschland, was die Infektionszahlen angeht, nun zu den fünf besten in Bayern aufgestiegen sind".

Dennoch regte sich jetzt auch auf der gestrigen Stadtratssitzung in Altötting der Widerstand gegen die Politik des CSU-Landrats. Sein Parteikollege, der langjährige Zweite Bürgermeister von Altötting, Wolfgang Sellner, der auch Vorsitzender des Altöttinger Turnvereins ist, wandte sich in der Sache in einer Anfrage an den Bürgermeister: "Wir haben für unsere Schwimmabteilung jetzt in Burghausen angefragt, aber da gibt es keinerlei Kapazitäten", erklärte Wolfgang Sellner(CSU). Daher bitte er im Namen des zweitstärksten Sportvereins des Landkreises, mit seinen über 3200 Mitgliedern inständig darum, eine Ausweichlokalität für das Corona-Testzentrum zu finden.


Unterstützung bekam er dabei von der SPD, den Freien Wählern und von AfD-Stadtrat Ulrich Mayr. Während Wolfgang Erdmann(FW) darauf hinwies, dass der Neuöttinger Stadtrat Jürgen Gastel(SPD) eine Unterschriftensammlung organisiere, "bei der anscheinend bereits über 1000 Unterschriften gesammelt wurden und wo es auch eine Facebook-Gruppe gibt", erinnerte Stadtrat Holger Gottschalk daran, dass er nun bereits mehrfach den Vorschlag geäußert habe, die Teststation für den Winter im Freibadgebäude unterzubringen. Hierzu zitierte er die Regelungen der Staatsregierung für die Corona-Teststationen, was man "mit einem Heizlüfter im Freibad sicherlich gut umsetzen könnte", so Gottschalk.

Auch AfD-Stadtrat und Mediziner Ulrich Mayr meldete sich zu Wort und brachte sein Unverständnis für die Sperrung des Altöttinger Hallenbades zum Ausdruck: "Das kann jeder Hausarzt bei seinen Patienten zuhause machen". Zwar wurde auf der Altöttinger Stadtratssitzung kein Beschluss zu diesem Thema gefällt, doch immerhin es gab es auch keinen einzigen Befürworter für die Corona-Teststation im Hallenbad.

Peter Becker

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