„Da wäre das Risiko zu groß gewesen“

Erlbach gegen Ampfing abgesagt - der Schlachthof spielt dabei eine Rolle

Durften am Freitagabend vier Mal jubeln: Der SV Erlbach schlug den SB Rosenheim mit 4:1.
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Der SV Erlbach will gegen Ampfing den vierten Sieg in Folge feiern

Erlbach - Die Landesliga-Partie zwischen dem SV Erlbach und dem TSV Ampfing musste abgesagt werden. „Die Gemeinde hat ihr Veto eingelegt“, sagt Erlbachs Ralf Peiß. Das Risiko war den Behörden zu groß, nachdem es in Ampfing die Corona-Zahlen stiegen.

Update 15.25 Uhr:


Was für ein Hickhack um das Landesliga-Derby zwischen dem TSV Ampfing und dem SV Erlbach, das am Freitag hätte stattfinden sollen. Zunächst wurde die Partie abgesagt, weil die Sportanlagen in Ampfing aufgrund eines Corona-Ausbruchs in einem örtlichen Schachthof gesperrt wurden, dann veranlasste Spielleiter Christian Bernkopf einen Heimrechttausch, aber letztlich kam das Derby dann doch nicht zustande, weil der Erlbacher Bürgermeisterin Monika Meyer das Infektionsrisiko zu hoch erschien.

Die Corona-Fälle vom Dienstag wurden negativ getestet


Bereits am Dienstag hatten die Schweppermänner die Nachholpartie gegen Kastl wegen dreier Verdachtsfälle absagen müssen. Inzwischen sind die drei Betroffenen negativ getestet, so dass die Ampfinger wieder in den Trainings- und in den Spielbetrieb hätten einsteigen können. Dann kam aber die Platzsperre durch die Gemeinde, so dass Bernkopf den Heimrechttausch anordnete, gegen den sich die Ampfinger nicht wehren konnten.

In Paragraph 94, Absatz 4 der Spielordnung heißt es: „Kann ein Spiel aufgrund einer Platzsperre in Zusammenhang mit Covid-19 durch die örtlich zuständige Behörde nicht ausgetragen werden, hat der Spielleiter die Möglichkeit das Spiel auf den Platz des Gegners oder auf einen neutralen Platz zu verlegen. Ein Einspruch ist in diesem Fall ausgeschlossen“. 

Als dann aber am Freitagvormittag bekannt wurde, dass die Väter von zwei Ampfinger Spielern in besagtem Schlachtbetrieb beschäftigt sind, legte Bürgermeisterin Meyer ihr Veto ein. „Die beiden Spieler gelten als Kontaktpersonen der Kategorie eins, weil sie mit ihren Vätern unter einem Dach wohnen. Da wäre das Risiko zu groß gewesen“, erklärt Ralf Peiß, der sportliche Leiter des SV Erlbach.

Hintergrund: In der Gemeinde Ampfing sind die Corona-Zahlen gestiegen, nachdem es zu einem Massenausbruch in einem Putenschlachthof gekommen ist. 39 Personen wurden positiv auf das Virus getestet.

MB

Update, 11.15 Uhr:

Erst wurde das Heimrecht zwischen Ampfing und Erlbach getauscht, nun wurde die Partie abgesagt. „Die Gemeinde hat ihr Veto eingelegt“, sagt Erlbachs Abteilungsleiter Ralf Peiß auf Nachfrage von beinschuss.de. „Über diese Entscheidung können wir uns nicht hinwegsetzten.“

Hintergrund: In der Gemeinde Ampfing sind die Corona-Zahlen gestiegen, nachdem es zu einem Massenausbruch in einem Putenschlachthof gekommen ist. 39 Personen wurden positiv auf das Virus getestet. „Das Risiko war unserer Gemeinde zu groß“, so Peiß weiter. „Wäre etwas passiert, besteht die Gefahr, dass unsere Sportanlage gesperrt werden muss.“

Vorbericht

Nachdem am Dienstag das Derby gegen den TSV Kastl aufgrund von Corona-Verdachtsfällen abgesagt werden musste, steht für den TSV Ampfing nach nächste schwere Spiel auf dem Programm. Da sich die Verdachtsfälle nicht bestätigt haben, trifft die Mannschaft von Trainer Heiko Baumgärtner auf den SV Erlbach.

Wegen Sperrung der Sportanlage in Ampfing wurde das Heimrecht getauscht

Eigentlich hätte die Partie in Ampfing ausgetragen werden sollen, doch nun wurde das Heimrecht getauscht. „Aufgrund der Sperrung der Sportanlage des TSV Ampfing durch die kommunalen Behörden der Marktgemeinde, wurde das für Freitag angesetzte Landesligaspiel zwischen dem TSV Ampfing und dem SV Erlbach von Spielleiter Christian Bernkopf nach Erlbach verlegt“, teilt der SVE mit. „Dabei kam der Paragraf 94 Absatz vier der Spielordnung des BFV zu Anwendung. Dieser besagt dass aufgrund einer Platzsperre in Zusammenhang mit Covid-19 durch die örtlich zuständige Behörde, der Spielleiter die Möglichkeit hat, das Spiel auf dem Platz des Gegners oder einem neutralen Platz auszutragen. Ampfing hat einer Austragung auf dem Platz des SV Erlbach zugestimmt.“

Die Schweppermänner brauchen dringend Punkte, um noch die Chance auf den direkten Klassenerhalt zu bewahren. Am vergangenen Wochenende holten die Ampfinger auswärts gegen den direkten Konkurrenten ASV Dachau einen Punkt und bleiben damit auf einem Relegationsplatz. Doch der Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz beträgt nur noch drei Punkte.

Anpfiff am Freitagabend ist um 19.30 Uhr im Raiffeisen-Sportpark

Ganz anderes die Lage beim SV Erlbach, der sich mitten im Aufstiegskampf befindet. Die letzten drei Spiele konnten allesamt gewonnen wurden, zuletzt gab es einen 4:1-Heimerfolg gegen den Sportbund Rosenheim. Derzeit ist die Elf von Trainer Lukas Lechner Tabellendritter und hat nur zwei Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz.

Anpfiff am Freitagabend ist um 19.30 Uhr im Raiffeisen-Sportpark. Dann will der SV Erlbach den vierten Sieg in Folge einfahren. Ampfing dagegen will für eine Überraschung sorgen.

ma

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