Spionage-Vorwürfe gegen österreichischen Offizier

Salzburger Oberst soll 20 Jahre lang für Moskau spioniert haben

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Salzburg - 20 Jahre lang bespitzelte ein österreichischer Offizier (70) das eigene Bundesheer für Russland - und kassierte dafür ab.

Es liest sich wie ein Spionage-Thriller: Mit Geheimschrift, Satellitenkommunikation und toten Briefkästen hat ein Salzburger Oberst jahrelang Informationen über das österreichische Bundesheer nach Moskau verkauft, wie krone.at berichtet. Seit den 1990er Jahren habe der Mann bereits im Dienste der russischen Regierung gehandelt. Dabei sei der heute 70-Jährige äußerst diskret vorgegangen und habe nur alle zwei Wochen mit seinem russischen Kontaktmann "Juri" kommuniziert, der sich besonders für die Luftwaffe und die Artilleriesysteme interessiert habe. 

Jetzt wurde der inzwischen pensionierte Offizier bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Dem Verdächtigen, der mehr als 300.000 Euro für seine Dienste von den Russen kassierte, drohen bei Verurteilung bis zu zwei Jahre Haft. 

Die Auswertung des Laptops des Offiziers laufe derzeit auf Hochtouren, berichtet ORF. Nicht bekannt sei aktuell, ob es sich bei dem Fall um einen Einzelfall handle, auch dies werde nun geprüft. Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) sei außerdem besorgt um die österreichisch-russischen Beziehungen, die - sollten die Vorwürfe sich bestätigen - schwer belastet werden könnten. Sie hat sogar einen geplanten Russlandbesuch Anfang Dezember abgesagt, berichtet salzburg24.de

Auch Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) fand klare Worte: "Spionage ist inakzeptabel", äußerte er in einem Pressestatement. Der Vorfall werde "das Verhältnis zwischen Russland und der Europäischen Union nicht verbessern", berichtet salzburg24.de. Es handle sich zwar momentan nur um einen Verdacht, doch es könne davon ausgegangen werden, dass dieser sich bestätigen werde. 

Aufgeflogen sei der Vorfall durch Hinweise eines befreundeten Nachrichtendienstes. Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) erklärte, es sei daher besonders wichtig, das Sicherheitsnetz enger zu schnüren.

jv

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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