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Aus dem Gemeinderat

Chiemseepark Felden: Strandbad bekommt Zaun und Badeaufsicht

Mit 12:5 Stimmen sprach sich der Bernauer Gemeinderat für die Einfriedung des Badebereichs am Strandbad im nordwestlichen Bereich des Chiemseeparks im Ortsteil Felden aus. Dort wird es künftig zu festgelegten Zeiten eine für alle erkennbare Badeaufsicht geben.

Bernau – Bei 11:6 Stimmen fiel der zweite Beschluss für einen Holzzaun. So setzt die Gemeinde das beschlossene Sicherheitskonzept um. Mit der Abgrenzung und Überwachung des Strandbads kommt die Gemeinde ihrer Haftungspflicht nach. Im Falle eines Badeunfalls müsste sie nämlich nachweisen, dass sie alles Machbare für die Sicherheit der Badegäste getan hat. Deshalb hatte der Gemeinderat im März einen entsprechenden Grundsatzbeschluss gefällt.

Barrierefreier Zugang mit kindersicherem Knauf bei den Toren

Laut Zweitem Bürgermeister Gerhard Jell (CSU) werde der Zaun 78 Meter lang und maximal 1,20 Meter hoch sein. Die Besucher können laut Plan über zwei barrierefreie Tore mit kindersicherem Türknauf in den überwachten Bereich eintreten.

Jell legte dem Gemeinderat für die Einfriedung drei Vorschläge aus der Verwaltung vor. Demnach würde ein Stabmattenzaun etwa 7.000 Euro kosten, er sei wartungsarm, langlebig und für Kinder schwer zu überwinden. Die Optik könne mit heimischen Sträuchern verbessert werden.

Naturhecke „nicht zielführend“

Etwa auf die gleiche Höhe der Kosten käme ein Lärchenholzzaun. Der, so der Einwand der Verwaltung, habe allerdings einen höheren Pflegeaufwand und sei auffälliger.

Als „nicht zielführend“ bewertet die Verwaltung laut Jell eine Naturhecke. Kinder könnten durschlüpfen. Bis die Hecke dicht gewachsen sei, müsse zusätzlich ein Zaun aufgestellt werden. Aufwand und Kosten seien deutlich höher, erklärte Jell, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Auch diese Einfriedung sei auffälliger, das Strandbad sei dann nicht mehr einsehbar.

Große Tore als Fluchtmöglichkeit

Sascha Klein (WMG) sprach sich dafür aus, beide Eingangstore 3,50 Meter breit zu machen, und nicht nur eines, wie der Vorschlag lautete. Wenn sich im Strandbad mehrere hundert Leute aufhielten und eine Panik ausbreche, sei dies eine bessere Fluchtmöglichkeit.

Katrin Hofherr (SPD) stimmte zu und meinte, angesichts von rasch heranziehenden Sommergewittern komme es vor, dass viele Leute rasch das Bad verlassen müssen.

Michaela Leidel (BL) setzte sich für einen natürlichen Rohstoff, nämlich einen gefälligen Holzzaun ein. Stefan Saur (WMG) plichtete bei, ebenso Franz Schnaiter (CSU), dem ein schönerer Zaun im Strandbad auch Mehrkosten von 5.000 Euro wert wären, wie er sagte.

Verlegung des Zauns keine Option

Peter Steindlmüller (CSU) meinte, eine Zaunhöhe von 90 Zentimetern müsse ausreichen, so wie es bei jedem Balkongeländer der Fall sei. Der Zaun solle so unscheinbar wie möglich sein. Jakob Müller (CSU) favorisierte „aus Unterhaltsgründen“ den Metallzaun. Der könne besser kaschiert werden.

Matthias Vieweger (CSU) schlug vor, den Zaun parallel zum Ufer zu setzen und dafür die Liegewiese freizuhalten. Es gehe nur um den Wasserbereich. Ähnlich äußerte sich Helmut Wachter (WMG) und Steindlmüller überlegte eine Verschiebung Richtung Norden.

Toiletten beim Kiosk gehören zum Strandbadgelände

Geschäftsleiterin Irmgard Daxlberger entgegnete, dass die Toiletten beim Kiosk noch zum Strandbadbereich zählt. Schnaiter machte deutlich: „Die ganze Fläche muss eingezäunt werden.“ Jell sagte, der Zaun gehe entlang des Kiosks und trete eigentlich erst danach bis zum Wasserbereich in Erscheinung.

Gleiches Problem in allen Strandbädern

Pia Ostler (Grüne) erneuerte ihre Kritik aus vorangegangener Sitzung, wonach der Zaun lediglich Haftungsgründen diene und nicht die Sicherheit erhöhe. Zweiter Bürgermeister Jell erklärte, alle Strandbäder stünden vor dem gleichen Problem. Die Gemeinden seien in der Pflicht.

Ihre Zustimmung zur Einfriedung verweigerten Matthias Vieweger (CSU), Severin Ohlert (Grüne), Katrin Hofherr (SPD), Helmut Wachter (WMG) und Pia Ostler (Grüne).

Da sie sich am Ende einer Mehrheit gegenübersahen und sich der Gemeinderat für den Holzzaun entschied, wird die Verwaltung verschiedene Ausführungen vorlegen. Die Breite der Tore wird gemäß Beschluss noch einmal überprüft. Die Höhe bleibt bei 1,20 Meter.

Schilder, Schwimmreifen und Absturzsicherung:

Zweiter Bürgermeister Gerhard Jell (CSU) wies in der Gemeinderatssitzung darauf hin, dass das Sicherheitskonzept bis zu Beginn der Badesaison umgesetzt sein soll. Dazu zählt auch die Beschilderung.

Deutlich gekennzeichnete Bereiche

An den vier Hauptzugängen des Chiemseeparks sollen die Besucher über die verschiedenen Bereiche informiert werden. Sie werden deutlich darauf aufmerksam gemacht, wo die öffentliche Badestelle ist, in der es keine Badeaufsicht gibt und an der die Besucher auf eigene Verantwortung baden gehen. Beim Strandbad weist ein Schild auf die Öffnungszeiten mit Badeaufsicht hin.

Außerhalb der Öffnungszeiten auf eigene Gefahr zugänglich

Außerhalb der „Öffnungszeiten“ bleibt dieser Bereich zwar trotzdem zugänglich, doch weist die Gemeinde darauf hin, dass das Baden dann nur geduldet wird und die Besucher selbst für ihre Sicherheit verantwortlich sind. Die Absturzsicherung am nord-östlichen Rand sei bereits provisorisch aus Holz angebracht worden, hier solle noch ein stärkerer Rundholzzaun montiert werden. Geplant sind weiter Absperrungen für die Rutschen, außerdem sollen Fahnenmast und Schwimmreifen installiert werden. Eine Benutzungsordnung behandelt der Gemeinderat laut Jell in der nächsten Sitzung.

Rubriklistenbild: © dpa

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